
Flagge USA
Aus Spiegel Online vom 17.09.2011
Aus Stockton berichtet Janko Tietz
In Kalifornien zeigt sich das ganze Ausmaß der US-Schuldenmisere: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Regierung überfordert – mancherorts fehlt der Polizei das Geld, um Diebe zu jagen. Tausende rutschen in die Armut, selbst die Mittelschicht hat Angst vor der Zukunft. Ein Besuch bei den Opfern der Krise.
Wie gern würde Tim Viall seinem Präsidenten zustimmen, aber er kann nicht. Man solle sich nicht verrückt machen lassen, sagte Barack Obama vergangene Woche bei der Vorstellung seines 447-Milliarden-Dollar-Job-Programms, “Amerikas beste Tage liegen nicht hinter uns. Amerikas beste Tage kommen noch”. Das Zitat stammt von seinem Vor-Vorgänger Ronald Reagan. Mit dem Verweis auf den populären Republikaner versuchte der Präsident seine Bevölkerung auf die Zukunft einzuschwören, aber die Amerikaner verlieren den Glauben.
“Ich lebe seit 19 Jahre in dieser Stadt, und es ist von Jahr zu Jahr schlechter geworden”, sagt Viall. “Vielleicht sollte Obama mal hierher kommen.
Mit “hierher” meint er Stockton, eine 300.000-Einwohner-Stadt im Hinterland Kaliforniens. Viall leitet dort die örtliche “Emergency Food Bank”, eine Auffangstation für die Ärmsten. Sie erhalten dort kostenlose Lebensmittel, die örtliche Supermärkte gespendet haben. “Vor vier oder fünf Jahren kamen im Schnitt 200 Familien pro Tag zu uns”, sagt Viall. “Heute sind es 420. Das macht bis zu 2100 Familien pro Woche.” Bei durchschnittlich vier Personen pro Haushalt versorgt die Food Bank damit mehr als 33.000 Menschen im Monat – fast zwölf Prozent der Einwohner von Stockton.
Inzwischen reichen die Spenden nicht mehr aus, die Lagerregale sind oft Mitte des Monats leer, so dass viele Familie nur noch alle vier Wochen kommen dürfen. Ihre staatlichen Lebensmittelmarken, mit denen sie regulär in Supermärkten einkaufen können, sind da längst aufgebraucht. weiterlesen…
Fotostrecke: Die Leidtragenden der US-Wirtschaftskrise
Tags: "Emergency Food Bank", "Mobile Homes", Amerikanische Wirtschaftsmisere, Obdachlos
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Jochen Findeisen - Pressesprecher DIE LINKE KV Esslingen
Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Benzin so teuer wie noch nie – und es wird noch schlimmer“ vom 30. April.
Die Benzinpreise steigen und der Verbraucher wird über die Ursachen in die Irre geführt. Libyen fällt zurzeit als Öllieferant aus, was aber ohne Weiteres zu verkraften wäre, da die Nachfrage sogar etwas zurückgegangen ist. Aber Angebot und Nachfrage regeln die Preise in einem freien Weltmarkt, wird uns doch immer erklärt? Stimmt aber nicht mehr, weil es für die Preisbildung bedeutungslos ist, wie viel Öl in Arabien und anderswo gefördert wird und wie stark Öl und Benzin vom Autofahrer nachgefragt werden.
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Tags: Jochen Findeisen, Spekulanten
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Wagenknecht zeigt, dass sie tiefer in der Materie steckt, als ihre bisweilen stereotypen Talkshow-Parolen vermuten lassen.
In ihrem neuen Buch propagiert die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sahra Wagenknecht, die Zukunftsidee des “kreativen Sozialismus”. Um einen heißen Wutkern – die Verachtung der Ackermänner dieser Welt – argumentiert sie politisch und analysiert wirtschaftlich. So gewinnt sie mit “Freiheit statt Kapitalismus” an Seriosität.
Es gibt da gewisse Parallelen. Der Philosoph Karl Marx schrieb 1851 an Friedrich Engels, er wolle mit “der ganzen ökonomischen Scheiße” in wenigen Wochen fertig werden, blieb dann aber bis zum letzten Atemzug beim Thema und fabrizierte “Das Kapital”. Die an Marx geschulte Philosophin Wagenknecht brütet nun schon seit Längerem über einer volkswirtschaftlichen Dissertation. Und nach der Lektüre von “Freiheit statt Kapitalismus” wettet man darauf, dass die Ökonomie auch das Thema ihres Lebens ist.
Denn Wagenknecht zeigt, dass sie tiefer in der Materie steckt, als ihre bisweilen stereotypen Talkshow-Parolen vermuten lassen. Ihre Feindbilder sind bekannt. Zuallererst die Finanzindustrie und die “Zockerbanken”, deren Systemrelevanz in der Krise den Markt durch Verstaatlichung der Risiken pervertiert hat. Dann die Großkonzerne, die dem Shareholder-Value untertan sind. Die oberste Managerkaste, die von Quartal zu Quartal Planwirtschaft betreibt und nach Misserfolg mit Millionen-Abfindungen geht. Die Pietschs und Porsches, Kladdens und Quants, also die paar Superreichen, die den Großteil des Profits einsacken, der durch die Leistung von Massen entsteht. Ganzen Beitrag lesen »
Tags: "Hölle Hartz IV", "Zockerbanken", Karl Marx, Sarah Wagenknecht
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